|
Artikel im Donau Kurier vom 30.08.2008
IM ZWEIVIERTELTAKT NACH BUENOS AIRES
Der Tango Argentino „unterwandert“ die bayerische Provinz
von Michael Brandl
Dort, wo sie sich treffen, scheint die Zeit zurückgedreht worden zu sein. Ins frühe 20. Jahrhundert. In ein Argentinien, das einem brodelnden Kessel gleicht und in dem sich die Lebensfreude und melancholischen Gefühle aber auch die Hoffnungen vieler Volksgruppen wiederspiegeln, die sich als Einwanderer dort niedergelassen haben. Auf der Suche nach einem besseren Leben. Elegisch schmachtend ist ein Bandoneon zu hören. Es erzählt im Zweivierteltakt die Geschichte eines Tanzes, der aus diesem Kessel am Rio de la Plata aufgestiegen ist. Und der gar nicht so argentinisch ist, wie man meinen möchte. Denn Immigranten aus aller Welt - auch aus Süddeutschland - haben ihren musikalischen Beitrag zum Tango Argentino geleistet.
Deren Nachkömmlinge zelebrieren heute den argentinischen Tango, der eine wahre Welle der Begeisterung ausgelöst hat, auf großen und kleinen Zusammenkünften quer durch blau-weiße Gefilde. Mit einer Hingabe, dass man fast von den Poeten unter den Freizeittänzern sprechen möchte. Wie sich dieser Boom erklärt, ist schwer zu sagen. Ein Motiv vieler alleinstehender Tangofreunde ist sicher die Suche nach Nähe ohne Verbindlichkeit. Denn Kommunikation findet beim argentinischen Tango und seinen Varianten Vals und Milonga ausschließlich über den Körper, also das Fühlen, statt. Die Augen können dann im besten Falle sogar geschlossen sein. „Hier kommunizieren Körper auf kunstvolle Weise“, sagt eine dem Tango verfallene Tänzerin. „Ein faszinierendes Zusammenspiel von Innen und Außen, von Musik und Bewegung, Körperbeherrschung und Gelassenheit zugleich.“
Das altehrwürdige Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert in der Eichstätter Altstadt wirkt auf den ersten Blick unscheinbar und der Zahn der Zeit hat hier und da seine Spuren hinterlassen. Die wuchtige Holztür ist nur angelehnt. Öffnet man sie einen Spalt, sieht man den Treppenaufgang. Und vor allem - man hört Musik. Von oben her dringt sie noch leise an das Ohr des Besuchers. Es kommt ein Hauch Fernweh auf, denn die Musik weckt sofort Gefühle. Es ist Tangomusik. Ein paar Stufen weiter ist plötzlich alles von Leben erfüllt. Freundliche Menschen kommen den Flur entlang, ein herzliches Lächeln da, ein nettes „Hallo“ dort. Die Tür zum Saal öffnet sich und der Zauber des Tangos entfaltet seine volle Anziehung auf den staunenden Betrachter. Wir sind angekommen im Buenos Aires des frühen 20. Jahrhunderts, die Zeit der beginnenden Hochblüte des Tango Argentino.
Oft herrsche hier Frauenüberschuss, hört man. Denn der ausdrucksstarke Tanz erfordert gerade von den Herren eine gewisse Geduldsübung, bis man ihn in all seinen Facetten technisch beherrscht. Das schreckt viele Männer ab. Obwohl ihre klassische Führungsrolle - der Mann bestimmt beim Tanz sensibel das Tempo und die Richtung und lässt die Frau dabei glänzen und sich entfalten - vom weiblichen Geschlecht geduldet, ja sogar benötigt wird. So kann es schon mal vorkommen, dass gerade Single-Damen auf den sogenannten Milongas - den tangotypischen Tanzveranstaltungen - vergeblich auf Tanzpartner warten und den Abend mehr sitzend als tanzend verbringen. „Von zehn Männern bleibt vielleicht einer“, sagt eine passionierte Tangotänzerin, die heute mit ihrem Mann an der in der Region beliebten Milonga in Eichstätt teilnimmt. Dabei wäre alles halb so schlimm. Vor allem, wenn man die Aussicht berücksichtigt, wie viele Frauenherzen ein guter Tänzer angesichts des Mangels an männlichen Pendants für sich gewinnen könnte – rein tänzerisch, versteht sich. Man(n) müsse nur auf den Geschmack kommen. Denn wen das Tangofieber erst einmal gepackt habe, komme nicht mehr davon los, so die einhellige Meinung unter den Tangueras und Tangueros, wie die weiblichen und männlichen Tangotänzer heißen.
Das Ambiente in Eichstätt ist für hiesige Verhältnisse überraschend authentisch. Ein hoher, an den Wänden mit Kalkmalerei verzierter Raum, teils holzgetäfelt, mit schlichtem Interieur, der mit seiner ästhetischen Kargheit eine Atmosphäre schafft, die für den Tango wie geschaffen ist. Nur erfüllt von der Leidenschaft des südamerikanischen Tanzes, die die gut 20 an diesem Sonntag anwesenden Paare mitgebracht haben und der Musik, zu der sie auf dem Parkett dahinschweben. Die Tanzpartner werden dabei rege getauscht; ein Aspekt, der den Tango so aufregend macht. Das aufeinander abgestimmte Spiel der Beine ist das Wichtigste. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Hier kann beim argentinischen Tango nach Herzenslust improvisiert und neue Figuren können kreiert werden. Auch wenn der Tanzpartner ein völlig unbekannter ist. Getanzte Einheit also. Der Tango sei "ein Tier mit einem Kopf, zwei Herzen und vier Beinen", so beschrieb ein argentinischer Dichter einst den Tanz. Und genau darin liegt die große Kunst des Tangotanzens, an der sich aber bei Weitem nicht jedes Paar sofort messen kann. Das muss auch nicht sein. Wer sich zu den Anfängern zählt - und dies sind nicht Wenige - , der lässt es eben langsam angehen, lernt, in dem er zur Musik einfach nur geht, verharrt mit dem Partner im Wiegeschritt, bis der Übergang zur nächsten Figur gefunden ist. Die Verschmelzung zweier Körper mit unterschiedlichen Aufgaben ist das Ziel. Aber auch die Freude am Zusammensein mit Gleichgesinnten. Ein Stück praktizierte Lebensfreude und auch Lebenseinstellung. Nicht umsonst heißt es auf der Internetseite von Robert Schneider, dem Organisator der Eichstätter Milongas: „Es sind Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.“ Willkommen ist grundsätzlich jeder, der sich diesem Motto verbunden fühlt. Wer nicht gleich mittanzen kann, der darf gerne zuschauen und sich vom Zauber des Tangos inspirieren lassen. Die „Gefahr“ jedoch vom Tangovirus befallen zu werden ist, wie schon erwähnt, nicht zu unterschätzen. Darauf sollte man gefasst sein, heißt es immer wieder. Und wer das Tangotanzen tatasächlich erlernen will, der findet schnell Anschluss an einen der Kurse, die in der Region Ingolstadt von professionellen Lehrern angeboten werden. Zu ihnen zählen Elvira Kuska und Alois Schnölzer, die im Juni diesen Jahres im Donauzelt der Bayerischen Theatertage in Ingolstadt aufgetreten sind. Für die beiden Münchner, die Tango Argentino Kurse zurzeit in Ingolstadt und Dachau anbieten, ist der Tango mehr als nur ein Tanz; er sei getanzte Zärtlichkeit, elegante Bewegung, Sinnlichkeit, Erotik aber auch Melancholie – „ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann“, wie es der argentinische Komponist Enrique Santos Discépolo einmal formuliert hat. Die vollkommene Einheit mit dem Partner und der Musik. In all seinen Facetten und seiner Vielfalt schier unerschöpflich. Wenn Elvira und Alois in der Ingolstädter Tanzwerkstatt zu ihrer kleinen aber feinen Milonga einladen, dann herrscht eine fast intime Stimmung unter den Gästen, die sich bei gedämpftem Licht entweder zum Smalltalk in die lauschigen Logen begeben oder das Tanzbein schwingen. Wer das Tangotanzen gerade erlernt hat, ist hier ebenso anzutreffen wie die altgedienten Tangopaare, die eifrig an neuen Kniffen und Figuren feilen.
Milongas gibt es mittlerweile einige in der bayerischen Provinz. Oftmals zeichnen sie sich durch neue, originelle Konzepte aus, wie in Pfaffenhofen oder Freising. Schließlich sollen die Leute sich wohlfühlen und wiederkommen. „Sozialer Tango“ nennen Karin und Gerhard Riedl ihre Pfaffenhofener Milonga. „Bei uns werden die Gäste persönlich begrüßt“, sagt Riedl und garantiert zugleich, dass keine Frau nach Hause geht, ohne getanzt zu haben. Aber auch die lukullischen Extras kommen an der Ilm nicht zu kurz. So werden schon mal selbstgemachte Rumkugeln oder Schokoladenkuchen gereicht. Die schönsten Tangomomente sind für die Riedls die, in denen sie beim Tanzen mit wildfremden Partnern eine Harmonie feststellen, als kenne man sich jahrelang. Ob dies denn auch noch zuträfe, wenn man später beim Plausch zusammensitzt? Das sei nicht der Sinn des Ganzen, sagt Riedl. Denn die Grenze der Harmonie sei auf einer Milonga immer der Rand des Parketts, resümiert er.
Das Geschehen in der Tangoszene hat sich inzwischen aus den Großstädten wie München oder Nürnberg in die mittelgroßen Städte und ländlichen Gegenden ausgeweitet. Beliebte Veranstaltungsorte wie der in Eichstätt sind mittlerweile auch zu Anlaufstellen für Tangopaare aus ganz Bayern geworden. Nicht immer finden die Initiatoren der Milongas in den Metropolen das gut. Denn Besucher aus Augsburg oder München sind inzwischen in der Provinz keine Seltenheit mehr. Zwar bieten die großen Städte wie München mehr Tangoevents, bis zu fünf an einem Wochenende sind keine Seltenheit, doch mehr Platz auf der Tanzfläche ist deshalb noch lange nicht vorhanden. Und den braucht man beim Tango mitunter. Ein klarer Vorteil für die Treffen im kleineren Kreis wie in Eichstätt. Ein Tangoerlebnis der besonderen Art fand Ende Juni in Regensburg statt. Schauplatz war der stilvolle Innenhof des Schlosses Prüfening, in dem heute die Montessorischule untergebracht ist. Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, dachte man sich dort und organisierte erstmals eine Milonga unter freiem Himmel, deren Erlös der Schule zu Gute kam. Rund 100 Gäste ließen sich von der lauwarmen Sommernacht auf dem Parkett inspirieren, darunter auch Tangobegeisterte aus Eichstätt, Ingolstadt und Pfaffenhofen. Mitinitiator Renato Arieta, Hausmeister der Schule und ganz nebenbei ein hinlänglich tangoerprobter, waschechter Uruguayer, liegt vor allem eines am Herzen: Er möchte mit den Veranstaltungen in Regensburg – neben der Freiluft-Milonga auch jeden zweiten und vierten Samstag im Monat im Salon des Schlosses – zum Verständnis der Tangokultur beitragen und damit den uruguayischen Anteil des Tango in Deutschland vertreten sehen. Ein wenig Aufklärung ist vielleicht hier und da auch angebracht. Denn das Klischee des Verkommenen, das dem Tango Argentino während seiner Entwicklung anhaftete und das unter anderem auf die enge, lasziv anmutende Tanzhaltung der Paare und auf seine Entstehung in den Rotlichtbezirken zurückzuführen war (siehe Kasten), trifft heute nicht mehr zu. „Das Verhältnis von Männern zu Frauen war in Buenos Aires damals vier zu eins“, erklärt der Nürnberger Tangolehrer Uwe Zirkel hierzu. „Deshalb fiel das Tangogeschehen anfangs in die Bordellszene, da dort Frauen anzutreffen waren.“ Ebenso wenig lässt sich der argentinische Tango mit dem oft gestelzt wirkenden Standardtango, bei dem beispielsweise die Köpfe ruckartig hin und her gedreht werden, vergleichen.
Tango – das ist für viele Sport, Leidenschaft aber auch Partnersuche. „Eine schöne, stilvolle Art, mit Freunden auszugehen“, sagt ein Mann. „Eine tolle Therapie, ein Gute-Laune-Macher, eine Erfrischung für den gestressten Geist und Körper“, ergänzt eine Frau. Sie treffen sich, tanzen in den Abend oder in die Nacht hinein und gehen wieder auseinander. Man nennt sich ausschließlich beim Vornamen, kennt sich wie Gleichgesinnte aber nicht wie dicke Freunde. „Woher man kommt, was man ist und wohin man geht, das alles spielt keine Rolle“, sagt Liselotte Schneider, der man die Leidenschaft zum Tango mit jedem Satz ansieht. Obwohl sie zugeben muss, dass sie dem Wiener Walzer ebenso verfallen ist. Wichtig ist alleine das gemeinsame Tanzerlebnis, das manche schier in eine Art Trancezustand versetzt. „Es ist schon vorgekommen, dass Leute über Jahre nicht mehr aufgetaucht sind und dann plötzlich wieder dabei waren“, sagt Robert Schneider, dessen Internetpräsenz alles Wissenswerte über den Tango in der Region bereithält. Ein Indiz dafür, dass einen der Tango nicht mehr loslassen will. Liselotte und Robert sind auch privat ein Paar. Das treffe nur auf etwa ein Drittel aller Tangopaare zu, sagen sie. Beide stammen aus dem Banat, dem deutschsprachigen Teil Rumäniens, und sind mit Tanzen aufgewachsen. Robert Schneider sogar mit Tangomusik, die oft auf den Dorffesten gespielt wurde. „Es gibt Kindergartenfotos von uns, auf denen wir gemeinsam tanzen“, erzählen sie verschmitzt. Doch der Tango ist auch ein Tanz, der einer gewissen Lebensreife Ausdruck verleiht. „Man muss etwas erlebt haben im Leben, um zum Tango und seiner Musik zu finden“, so Schneider weiter. Mit ein Grund wohl, warum viele erst ab Anfang 40 oder später zum Tango stoßen. Die Schneiders allerdings finden das nicht schlimm. Denn, wohin solle man schließlich noch ausgehen ab diesem Alter, wenn nicht zum Tangotanzen? „Tango ist Entspannung und Freiheit zugleich“, beschreiben sie ihre Stimmung beim Tanzen. „Und jeder tanzt anders.“ Das macht den Tango immer wieder neu und aufregend. Anfänger oder Fortgeschrittene – auch in Regensburg tummeln sich alle gemeinsam auf dem Parkett. Da steht der heranwachsende Jüngling in Shorts und T-Shirt mit einer jungen Frau im schwarzen Kostüm in noch zurückhaltender Tanzhaltung beieinander und lässt sich – stoisch auf seine Füße blickend – die ersten Schritte zeigen. Da wirbeln die Könner mit der Leichtigkeit und Geschmeidigkeit erfahrener Tangueros mit ihren Partnerinnen über den Tanzboden, dass es eine Augenweide ist. Eine ganz eigene Stimmung entfaltet sich. Wir sind wieder angekommen im frühen 20. Jahrhundert am Rio de la Plata, die Zeit der beginnenden Hochblüte des Tango Argentino.
Kasten:
EINE KURZE GESCHICHTE DES TANGO ARGENTINO
Sie beginnt um 1880 am Rio de la Plata, im Großraum der beiden Ballungszentren Buenos Aires und Montevideo. Bis etwa 1930 zieht es rund 6 Millionen Menschen aus aller Welt - vor allem Südeuropäer aber auch unfreiwillig eingeschiffte afrikanische Sklaven - in die beiden südamerikanischen Metropolen, geschuldet unter anderem einem Einwanderungsprogramm der argentinischen Regierung. Ihre Träume von einem besseren Leben erfüllen sich größtenteils nicht. Im Gegenteil: Platz- und Wohnungsnot machen den Städten und ihren neuen Bürgern zu schaffen. Die wirtschaftliche Not tut ihr Übriges. Es herrscht Elend unter den Neuankömmlingen. Was jedoch bleibt, ist die heimische Kultur - die Tänze, die Musik -, welche die Menschen aus ihrer Heimat mitbrachten. Aus all diesen unterschiedlichen Strömungen und einheimischen musikalischen Wurzeln, wie etwa dem kubanischen Habanera und den ländlichen Payadas der Gauchos, entsteht nach und nach der Tango Argentino als Ausdruck „des sich nicht unterkriegen Lassens“ in einer hoffnungslosen Lebenssituation. Selbst der Einfluss Osteuropas und Bayerns ist im Tango Argentino spürbar. So brachten die Polen ihre Polka und die Süddeutschen tänzerische Elemente aus Walzer und Ländler sowie das Bandoneon - eine Art Konzertina - als eines der heute tangotypischen Instrumente mit ein. Schon bald darauf begann man auf den Milongas nach der neukreierten Musik zu tanzen. Von zuerst leichten und fröhlichen Liedern verlangsamt sich der Stil mit der Zeit zum ernsteren Tango hin. In die Tanzdarbietungen werden nun auch Pausen und Posen eingebaut, das ständig fließende wird unterbrochen. Bei der argentinischen Oberschicht findet der Tango Argentino jedoch keinen Anklang und wird sogar in Verruf gebracht. Das Milieu, aus dem er stammt, gilt als verkommen und anzüglich, durchsetzt von Arbeitslosigkeit, Prostitution und Kriminalität. Erst als der Tanz um 1918 den Sprung nach Europa und damit in die Salons und Bars von Paris schafft, ändert sich das. Von dort breitet er sich über ganz Westeuropa aus und wird nun auch in Argentinien und Uruguay, wo Paris als modischer Vorreiter gilt, akzeptiert. Mit dem „Urtango“ allerdings, bei dem Gesichter, Körper und anfangs auch die Beine eng aneinandergepresst waren, hatte der Anfang des 20. Jahrhunderts auf salonfähig getrimmte, europäisierte Tango nicht mehr viel gemeinsam.
„Der Tanz war zu Beginn ein aufeinander abgestimmtes Gehen. Der Mann umarmte seine Partnerin mit einem sehr hoch erhobenen Arm, die Gesichter, Beine und Körper waren eng aneinander gedrückt. Die Armhaltung war senkrecht und der rechte Arm des Mannes umfasste die Schulter der Frau ganz fest. Ab 1895 änderte sich die Tanzhaltung und man nahm die Haltung der Schwarzen an: die linke Hand des Mannes gegen das Bein, mit dem rechten Arm wurde die Taille der Frau umfasst und nicht mehr die Schultern. Als Tanz blieb der Tango derselbe. Mit der Entwicklung all der neu aufkommenden Tanzfiguren wurde es allerdings nötig, die Körper von der Taille abwärts auseinander zu halten und den Beinen Bewegungsfreiheit zu verschaffen“, heißt es in Fachquellen zur Entwicklung des Tanzes.
Seine goldene Zeit erlebt der Tango in den Jahren 1935 bis 1955. Der argentinischen Bevölkerung geht es wirtschaftlich besser. In Buenos Aires entstehen unzählige Tangoorchester, um dem Bedürfnis der Menschen nach Vergnügen und Abwechslung nachkommen zu können. Das mittlerweile weit verbreitete Radio tut sein Übriges zum Tangoboom am Rio de la Plata. Erst als die Epoche des Rock n Roll beginnt, lässt die Lust am Tango nach. Seit etwa 20 Jahren erlebt der argentinische Tango weltweit und hierzulande - von der größten Tangoszene in Berlin ausgehend - eine neue Ära. Moderne Varianten - entwickelt von jungen Musikern - nähern sich sogar an musikalische Genres wie der elektronischen Musik oder dem Hip Hop an. Beim Tangofusion werden die Stile sogar wild gemischt und von Non-Tangos begeistert getanzt – für manchen Tangopuristen ein Gräuel.
Mehr Informationen und Links zum Tango Argentino in Bayern und der Region gibt es im Internet unter www.robertstango.de und www.tangobayern.de
ENDE
|